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sync TOGAF ADM: Architekturentwicklung für Behördenfeedback

Erstellt am: 17. April 2026 | Zuletzt geändert: 18. Mai 2026 | Autor: BMDS-Architekturteam

1. Was ist TOGAF ADM?feedback

Die Architecture Development Method (ADM) im TOGAF (The Open Group Architecture Framework) ist ein iteratives Vorgehensmodell zur Entwicklung und Pflege von Enterprise Architekturen. Sie besteht aus acht Phasen plus einer zentralen Requirements-Management-Disziplin und ist weltweit der am weitesten verbreitete EA-Standard.

Der Ablaub bezieht sich hierbei immer auf einen Ausschnitt der Gesamtarchitektur - ein sog. Architekturfeld, wobei es in einer Organisation mehrere Architekturfelder mit entsprechenden Programmen und Umsetzungsprojekten parallel geben kann.

TOGAF Architecture Development Method

Im Zentrum steht das Anforderungsmanagement. Falls in einer Phase neue Anforderungen aufkommen, kann es sein, dass die Inhalte einer früheren Phase überarbeitet werden müssen.

Architecture Decision Records (ADRs): Entscheidungen sollen revisionssicher dokumentieren werden, analog zum Vorbild der Föderalen API-Autorisierungsinfrastruktur mit über 20 ADRs.

sync 2. ADM-Phasen im Behördenkontextfeedback

Vorgehensweise: Verproben → Entscheiden → Beschaffenfeedback

Für Behördenprojekte lässt sich der ADM-Zyklus in drei Kernblöcke verdichten, die den typischen Beschaffungsweg der öffentlichen Verwaltung abbilden:

Verproben (Phasen A–E)

Ziel: Architekturvision entwickeln, Ist- und Soll-Architektur erheben, Funktionsbausteine identifizieren und Lösungsoptionen bewerten.

  • Phase A – Architekturvision: Strategisches Ziel und Scope des Vorhabens klären. Welche Verwaltungsleistung wird digitalisiert? Welches Fachverfahren wird abgelöst?
  • Phase B – Geschäftsarchitektur: Fachliche Prozesse modellieren (z. B. Antragsverfahren, Genehmigungsprozesse). Geschäftsfähigkeiten (Capabilities) identifizieren.
  • Phase C – Informationssystem-Architektur: Datenobjekte und Anwendungslandschaft definieren. Welche Register, Fachverfahren und Schnittstellen sind betroffen?
  • Phase D – Technologie-Architektur: Infrastrukturbedarf ableiten. Cloud-Strategie (DVC, SCS), Container-Plattform, Netzwerkarchitektur festlegen.
  • Phase E – Chancen & Lösungen: Proof-of-Concepts (PoCs) durchführen. Übersicht D-Stack Funktionsbausteine als Referenz heranziehen. Make-or-Buy-Optionen bewerten.

Entscheiden (Phase F)

Ziel: Verbindliche Migrationsplanung und Architekturentscheidung treffen. Make-or-Buy wird abschließend beantwortet.

  • Migrationsplanung: Transition-Architekturen definieren (z. B. Legacy-Integration während der Ablösung).
  • Priorisierung: Arbeitspakete nach Nutzen, Risiko und Abhängigkeiten priorisieren.
  • EVB-IT-Vorbereitung: Leistungsbeschreibung und Bewertungsmatrix aus der Architekturarbeit ableiten.

Beschaffen (Phasen G–H)

Ziel: Implementierung steuern, Compliance sicherstellen und Architektur im Betrieb weiterentwickeln.

  • Phase G – Implementierungs-Governance: Vergabeverfahren durchführen (EVB-IT-konform). Architektur-Compliance der Lieferanten prüfen. Abnahmetests gegen Referenzarchitektur.
  • Phase H – Änderungsmanagement: Betriebsphase begleiten. Change Requests architekturkonform bewerten. Lessons Learned in den nächsten ADM-Zyklus einspeisen.

Phasendetails für Architekturfelderfeedback

ADM-PhaseBehördenspezifische AktivitätD-Stack-Bezug
PreliminaryArchitektur-Governance einrichten, Architekturboard benennen, Rahmenwerk (TOGAF, ArL Bund) auswählenPrinzipien & Richtlinien
A – VisionIT-Strategie des Ressorts als Input, Stakeholder-Analyse (Fachseite, BSI, BfDI, Rechnungshof)Kernprinzipien
B – GeschäftsarchitekturVerwaltungsleistungen nach LeiKa modellieren, Capability Map gegen DA Framework abgleichenReferenzarchitekturen
C – InformationssystemeRegister-Landschaft (NOOTS, XÖV), Fachverfahren, Schnittstellen-Katalog, Datenschutz-FolgenabschätzungRegisterdaten-Transfer
D – TechnologieDVC-Zielplattform, BSI-Grundschutz-Profil, Container-Plattform (SCS/K8s)Cloud-Native, SCS & DVC
E – Chancen & LösungenPoC mit DA Funktionsbausteinen, Marktanalyse (Open Source vs. COTS), API-Tools-BewertungSiehe D-Stack Techstack Siehe D-Stack XaaS
F – MigrationEVB-IT-Leistungsbeschreibung, ADRs, Transitionsarchitektur, Rollout-PlanungFöderale API-Infra (ADRs)
G – GovernanceVergabe, Architektur-Review der Angebote, Abnahme gegen ReferenzarchitekturSicherheit & Compliance
H – ÄnderungBetriebsübergabe, Change-Prozess, Lessons Learned, nächster ADM-ZyklusWell-Architected Framework

3. Make-or-Buy-Entscheidung mit dem ADMfeedback

Die zentrale Frage für Behörden lautet bei jedem Funktionsbaustein: Selbst entwickeln, Open Source einsetzen oder kommerziell beschaffen?

Der ADM strukturiert diese Entscheidung systematisch:

KriteriumMake (Eigenentwicklung)Buy (COTS)Hybrid (OSS + Support)
Digitale SouveränitätHochNiedrigHoch
Time-to-MarketLangKurzMittel
Total Cost of OwnershipVariabel (Personalkosten)Kalkulierbar (Lizenz)Kalkulierbar (Support-Vertrag)
Vendor-Lock-inKeinHochGering
WartbarkeitEigene VerantwortungHerstellerCommunity + Dienstleister
BSI-KonformitätEigene VerantwortungZertifizierbarPrüfbar (Open Source Audit)
BeispielEigenentwicklung FöPDSAP, MuleSoftKong OSS + Kong Enterprise Support
D-Stack-Empfehlung

Das DA-Portal empfiehlt den Hybrid-Ansatz als Default: Open-Source-Kern (z. B. Keycloak, Kong, OPA) mit kommerziellem Support-Vertrag. Dieser Ansatz maximiert digitale Souveränität bei kalkulierbaren Betriebskosten. Die Übersicht D-Stack Funktionsbausteine liefern die Referenzarchitektur; die API-Tools-Übersicht bewertet konkrete Produkte.

4. Beispiel: ADM-Zyklus für API-Managementfeedback

Ein konkretes Beispiel, wie eine Behörde den ADM-Zyklus für die Einführung eines API-Managements durchläuft:

PhaseAktivitätErgebnis
AZiel: Alle Basisdienst-APIs sollen standardisiert und abgesichert werdenArchitekturvision, Stakeholder-Map
BFachliche API-Landschaft erheben, Wertstromanalyse der API-ConsumerCapability Map, Gap-Analyse
CDatenobjekte (API-Specs, Policies, Tokens) modellierenInformationsarchitektur
DTechnologie-Entscheidung: Kong vs. APISIX vs. Azure APIMTechnologiebewertung
EPoC: Kong Gateway + Föderale API-Autorisierungsinfra + Keycloak testenPoC-Ergebnis, Machbarkeitsbewertung
FADR dokumentieren, EVB-IT-Leistungsbeschreibung erstellen, Rollout-PlanMigrationsplan, ADRs
GVergabe durchführen, Implementierung begleiten, AbnahmeProduktivsystem
HBetriebsmonitoring, Change Requests, nächster Zyklus für KI-GatewayBetriebsdokumentation

build 5. Werkzeugunterstützungfeedback

Der ADM-Zyklus wird durch spezialisierte EA-Tools unterstützt. Das BMDS empfiehlt den Einsatz von MEGA HOPEX als zentrales EA-Repository. Details zur Werkzeugunterstützung finden sich unter HOPEX im TOGAF-Kontext.