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Metamodellfeedback

Dieses Kapitel beschreibt das Metamodell fur den D-Stack im Handbuch-Kontext.

1 Zielfeedback

Ein Metamodell schafft eine einheitliches Verständnis für die Zusammenhänge in einer Enterprise-Architektur. Es zeigt die Zusammenhänge u.a. von Fähigkeiten einer Organisation, den dafür notwendigen Prozessen, IT-Lösungen und Technologieprodukte auf (Ist-Landschaft) und macht geplante Veränderungen an in den jeweiligen Bereichen transparent (Soll-Landschaft). Hierfür werden die Architekturelemente in Form von Steckbriefen gepflegt, die auch entsprechende Abhängigkeiten enthalten.

2 Metamodellebenenfeedback

Die Abhängigkeiten verbinden Architekturelemente miteinander, die teils in verschiedenen Ebenen und damit auch verschiedenen Verantwortungsbereichen liegen (siehe Abbildung). Hierbei geht es nicht darum, dass jeder alles einsehen kann, sondern die Abhängigkeiten zur jeweils angrenzenden Ebene bzw. Nachbarbereichen nachvollzogen werden können. Mit entsprechender Management-Tool-Unterstützung wird das Need-to-Know-Prinzip umgesetzt.

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Die Enterprise-Architecture beantwortet die Frage, wie die Ziellandschaft abhängig von ent-sprechenden Strategie-Zielen und gesetzlichen Vorgaben aussehen soll. Hierfür wird auf je-dem Architekturelement, insbesondere jenen der Geschäftsarchitektur (Prozess, Dienst), ein Life-Cycle definiert und gepflegt. Auf dieser Basis können alle Projekte und Vorhaben mit den wesentlichen Architektur-Elementen verknüpft werden. Somit beantwortet die Unternehmensarchitektur die Frage, wie die Umsetzung der Strategien erfolgt und bis wann. Im Wesentlichen werden in den unterschiedlichen Ebenen zum Beispiel folgende Themen bearbeitet und gepflegt:

2.1 Ebene Strategiefeedback

Die Strategieebene bestimmt die grundlegende organisatorische Ausrichtung und legt fest, worauf eine oder mehrere Organisationen hinarbeiten sollen. Meist werden meh-rere Strategien (Bund, Ressort, Behörde) verabschiedet, die jeweils verschiedene Ziele definieren können. Neue Ziele erfordern meist Aktivitäten, um bestehende Architekturelemente (Funkti-onsbaustein, IT-Lösung, …) anzupassen oder zu erstellen.

2.2 Ebene Geschäftsarchitekturfeedback

Die Geschäftsarchitektur bildet die fachliche Ausgestaltung der strategischen Ziele ab. Dies geschieht u.a. in Form von Geschäfts- bzw. Fachprozessen, Organisationsstruktu-ren mit relevanten Rollen sowie den Geschäftsfähigkeiten bzw. Funktionsbausteinen, die die Funktionalitäten logisch bündeln, die durch IT-Lösungen umgesetzt bzw. be-reitgestellt werden. Die Geschäftsfähigkeiten werden in einer Fähigkeitenkarte dargestellt und ist damit den Rahmen, um die gesamte IT-Landschaft zu strukturieren.

2.3 Ebene Anwendungslandschaftfeedback

Die Anwendungslandschaft umfasst alle verwendeten IT-Lösungen einer Organisati-on, intern oder extern verwaltet. Dies umfasst u.a. Fachverfahren, Arbeitsplatz-Infrastruktur mit Endgeräten, Dokumentenmanagementsysteme oder auch Kommu-nikations- und Kollaborationsplattformen. Hierbei bündelt eine IT-Lösung die Ver-antwortlichkeiten für eine Vielzahl von Komponenten, die aus verschiedenen Techno-logien bestehen können und mit einer Vielzahl von Instanzen bereitgestellt werden.

2.4 Ebene Technologiearchitekturfeedback

Die verwendeten Technogien bilden in Summe die Technologiearchitektur. Einzelne Technologien können von mehreren IT-Lösungen verwendet werden. Von einer Technologie können verschiedene Versionen gleichzeitig im Einsatz sein.

2.5 Ebene Betriebsarchitekturfeedback

Die unterste Ebene umfasst alle Ressourcen wie Server bzw. Plattformen, Rechen-zentrumszone (RZ-Zone bzw. Availability Zone), Netze, Storage und Datenbanken sowie Sicherheitslösungen, damit die IT-Lösungen performant, ausfallsicher und ge-schützt betrieben werden können. Diese verteilen sich auf bestimmte Lokationen und Betreiber-Zuständigkeiten. Strategische Ziele wie z. B. Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit können sich auch auf diese Ebene auswirken. Entweder über Projekt oder angepasste bzw. neue Funktionsbausteine, die Änderungen in der Betriebsarchi-tektur nach sich ziehen. An diese Grundstruktur werden je nach Bedarf viele weitere Themen wie z.B. Portfolio-Management, Datenarchitektur, IT-Sicherheit angeknüpft, die übergreifend analysiert und gesteuert werden können.

3 Kernelementefeedback

Angelehnt an das TOGAF Core Metamodel werden im Kern folgende Elemente verwaltet.

NrNameBeschreibung
1GeschäftsfähigkeitEine stabile, vom organisatorischen Aufbau unabhängige Fähigkeit einer Behörde oder Organisation, die zur Erfüllung des Geschäftsauftrags notwendig ist. Sie beschreibt, was die Organisation leisten muss, nicht wie oder durch wen.
2Org.-EinheitEine organisatorische Einheit (z. B. Ressort, Behörde, Dienstleister, Hersteller), die bestimmte Aufgaben wahrnimmt, in Prozesse involviert ist sowie IT-Lösungen nutzt, betreibt oder verantwortet.
3Funktionsbaustein (Funktionalität)Eine in sich geschlossene fachliche Funktion, die durch eine oder mehrere IT-Lösungen bereitgestellt wird. Funktionsbausteine bilden die funktionale Architektur und dienen als Grundstruktur für das Bedarfs- und Anforderungsmanagement.
4ProzessEine strukturierte Abfolge von Aktivitäten zur Erfüllung eines Geschäftsziels bzw. zur Erbringung eines Geschäftsservices. Prozesse können durch IT-Lösungen mit Technologien unterstützt werden.
5IT-Lösung / AnwendungEine Anwendung als logische Klammer mit definierter Verantwortung über eine Reihe von Installationen, bestehend aus beliebig vielen installierten Technologien (Hardware, Software). Sie realisiert Funktionsbausteine, unterstützt Geschäftsfähigkeiten und Prozesse und wird über ihren Lebenszyklus betrieben, gewartet und weiterentwickelt. Es gibt verschiedene Typen: Plattform, Service, Anwendung.
6TechnologieEin technisches Produkt (Hardware, Software), das den Betrieb von IT-Lösungen ermöglicht. Es bildet das technische Fundament der IT-Lösung und wird über Standards, Versionen und Lebenszyklen gesteuert.
7InstallationEine konkrete technische Instanz einer IT-Lösung oder Technologie (z. B. Deployment), die an einem bestimmten Standort bzw. in einer Verfügbarkeitszone und auf einem bestimmten Server bzw. einer Plattform betrieben wird.
8ServerEin physischer oder virtueller Server, auf dem Installationen von IT-Lösungen oder Technologien betrieben werden. Dies umfasst oft Laufzeitumgebungen, Hardware, Storage und Netzwerkkomponenten.
9RZ-ZoneEin definierter Bereich innerhalb einer Rechenzentrums-Topologie. Sofern Installationen geo-redundant betrieben werden, sind sie einer RZ-Zone statt einem einzelnen Rechenzentrum zugeordnet.
10Projekt (IT-Maßnahme)Eine zeitlich begrenzte Initiative zur Entwicklung, Einführung, Anpassung oder Ablösung von IT-Lösungen, Technologien oder Prozessen. Projekte erzeugen Artefakte, Bausteine und Änderungen in der Architekturlandschaft.

Hinweis: Sehr viele weitere Elemente u.a. Ziele, Geschäftsobjekte (Daten), Fachprozesse sowie Wert-ströme werden später hinzugefügt.

4 Beispielfeedback

Als Beispiel wird in der folgenden Abbildung das Zusammenspiel von verschiedenen IT-Lösungen (Plattform, Service, Anwendung) dargestellt, die jeweils unterschiedliche Aufgaben in der Architektur erfüllen.

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Die Trennung in Funktionsbausteine, IT-Lösungen und Technologie ermöglicht eine entkoppelte Pflege der Enterprise Architektur.

Mittels EA-Tool kann der Detailgrad verändert werden, indem Elemente getrennt oder zusammengeführt werden. Die Abhängigkeiten werden je nachdem mit angepasst. Zum Beispiel kann bei Bedarf der Funktionsbaustein Identity and Access Management (IAM) aufgetrennt werden in Identity Management (IDM) und Access Management (AM). Sofern die von der Bundescloud eingesetzte Technologie (Bsp. ForgeRock) zwar IDM kann, aber nicht dafür genutzt wird, würde die IT-Lösungen auch nicht diesen Funktionsbaustein bereitstellen.

Verschiedene Rollen sind für die Pflege der jeweiligen Elemente der Enterprise-Architektur verantwortlich, die sich untereinander abstimmen:

Fähigkeiten:

  • Business Domänenarchitekt

Funktionsbausteine:

  • Business Domänenarchitekt
  • Techn. Domänenarchitekt
  • Projekt-Architekt (Soll-Architektur)

IT-Lösungen:

  • App-Owner/Lösungsarchitekt

Installation:

  • IT-Owner

Nachste Schrittefeedback

Die konkrete Auspragung des Metamodells wird in den nachfolgenden Unterkapiteln vertieft.